EMDR

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine evidenzbasierte Methode zur Verarbeitung belastender Erlebnisse und tief verwurzelter Verhaltensmuster und Glaubenssätze. Ziel ist es, die emotionale Belastung durch die belastenden Erinnerungen zu verringern und neue, hilfreiche Sichtweisen zu entwickeln.

Eine EMDR-Sitzung verläuft in mehreren aufeinander aufbauenden Phasen. Zu Beginn stehen das Kennenlernen, die Erfassung der Vorgeschichte und die gemeinsame Planung im Mittelpunkt. Bei Bedarf werden zunächst Techniken zur Stabilisierung und Entspannung vermittelt. Anschließend wird eine belastende Erinnerung ausgewählt und unter traumaspezifischer Begleitung bearbeitet. Dabei kommen bilaterale Reize durch Augenbewegungen oder Tappbewegungen der Hände zum Einsatz, die die Verarbeitung der Erinnerung unterstützen können.

Während der Verarbeitung können starke Gefühle wie beispielsweise Weinen, Lachen oder Wut auftreten. Diese Reaktionen sind normal und können ein Zeichen dafür sein, dass das Erlebte verarbeitet wird. Im weiteren Verlauf der Sitzung nimmt die emotionale Belastung meist deutlich ab. Belastende Gedanken werden durch positivere Überzeugungen ersetzt. Abschließend erfolgt eine Nachbesprechung.

Eine EMDR-Sitzung dauert in der Regel etwa 90 Minuten. Bei schwerwiegenden Traumata können sich nach nur vier bis sechs Stunden die Symptome verringern. Viele Betroffene berichten bereits nach ein bis zwei erfolgreichen Sitzungen, dass sich belastende Erinnerungen weniger intensiv anfühlen, die körperliche Anspannung nachlässt und sie wieder mehr Sicherheit und Kontrolle im Alltag erleben.